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FACHWISSEN · BIM

BIM-Modelle –
Was sie sind, wofür sie gebraucht werden
und wer sie fordert

Building Information Modeling (BIM) ist die zentrale Planungsmethode der modernen Baubranche. Seit 2025 ist BIM für öffentliche Bundesbauprojekte in Deutschland verpflichtend – mit einem Marktvolumen von über 590 Millionen Euro allein in Deutschland.

Was ist ein BIM-Modell?

Ein BIM-Modell (Building Information Model) ist weit mehr als eine 3D-Zeichnung. Es ist ein intelligentes, datenreiches digitales Abbild eines Gebäudes, das sämtliche physischen und funktionalen Eigenschaften enthält – von der Tragstruktur über Haustechnik bis hin zu Materialspezifikationen und Wartungsintervallen.

Im Gegensatz zu klassischen CAD-Plänen enthält ein BIM-Modell semantische Informationen: Jede Wand „weiß", aus welchem Material sie besteht, welchen U-Wert sie hat und wann sie gebaut wurde. Diese Informationstiefe ermöglicht eine durchgängige digitale Planung über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – von der ersten Entwurfsidee bis zum Rückbau.

Die LOD-Stufen (Level of Development)

LOD 100Konzeptmodell – Grundlegende Geometrie und Massen
LOD 200Entwurfsmodell – Ungefähre Abmessungen und Positionen
LOD 300Ausführungsmodell – Exakte Geometrie und Materialien
LOD 350Koordinationsmodell – Schnittstellen zwischen Gewerken
LOD 400Fertigungsmodell – Herstellerspezifische Detaillierung
LOD 500As-Built-Modell – Tatsächlich gebauter Zustand

BIM-Markt in Zahlen

Der globale BIM-Markt wächst rasant. Laut MarketsAndMarkets wird das weltweite Marktvolumen von 9,03 Milliarden USD (2025) auf 15,42 Milliarden USD bis 2030 ansteigen – ein jährliches Wachstum von 11,3 %. In Deutschland allein betrug das Marktvolumen 2024 bereits 590 Millionen USD mit einer prognostizierten Wachstumsrate von über 13 % jährlich bis 2029.

9,03 Mrd. $
Globaler BIM-Markt 2025
11,3 %
Jährliches Wachstum (CAGR)
590 Mio. $
Deutschland 2024
13,25 %
CAGR Deutschland

Wer fordert BIM?

Die BIM-Pflicht in Deutschland ist keine Zukunftsmusik mehr – sie ist Realität. Seit Januar 2021 ist BIM bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für den Infrastrukturbau des Bundes verpflichtend. Seit Ende 2022 gilt dies auch für den Hochbau. Ab 2025 fordert das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) BIM für alle öffentlichen Infrastrukturprojekte.

Öffentliche Auftraggeber

Bund, Länder und Kommunen fordern BIM zunehmend in Ausschreibungen. Das BIM-Portal des Bundes stellt standardisierte Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) bereit.

Architekten & Planer

In den HOAI-Leistungsphasen 1–5 wird BIM zur Koordination zwischen Fachplanern eingesetzt. Kollisionsprüfungen reduzieren Planungsfehler um bis zu 40 %.

Bauherren & Investoren

Große Bauherren wie STRABAG, Hochtief oder Zech Group setzen BIM als Standard voraus – für Kostensicherheit, Terminplanung und Qualitätskontrolle.

Facility Manager

Das As-Built BIM-Modell (LOD 500) dient als digitaler Gebäudepass für den Betrieb – mit allen Wartungsintervallen, Herstellerdaten und Gewährleistungsfristen.

Wofür werden BIM-Modelle gebraucht?

Neubau-Planung

BIM ermöglicht die vollständige digitale Planung vor dem ersten Spatenstich. Durch 4D-BIM (Zeitplanung) und 5D-BIM (Kostenplanung) werden Bauabläufe optimiert und Budgetüberschreitungen minimiert. Studien zeigen: BIM reduziert Nachträge um 20–30 %.

Sanierung & Umbau

Für Bestandsgebäude liefert Scan-to-BIM die exakte Grundlage für Sanierungsplanungen. Besonders bei energetischer Sanierung (WDVS, Fensteraustausch) und KfW-Förderanträgen ist ein präzises Bestandsmodell unverzichtbar.

Facility Management

Im Betrieb dient das BIM-Modell als „Single Source of Truth" für alle Gebäudedaten. Wartungszyklen, Energieverbräuche und Raumnutzung werden digital gesteuert – das spart laut CAFM-Studien bis zu 15 % der Betriebskosten.

Denkmalschutz & Dokumentation

Historische Gebäude werden per 3D-Laserscanning erfasst und als BIM-Modell für die Nachwelt gesichert. Jedes Detail wird millimetergenau dokumentiert – unverzichtbar für denkmalgerechte Sanierungen.

BIM in den HOAI-Leistungsphasen

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) definiert 9 Leistungsphasen. BIM durchdringt heute alle Phasen – von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung:

LPPhaseBIM-Einsatz
1GrundlagenermittlungBestandserfassung per 3D-Scan, Erstellung Scan-to-BIM Modell
2VorplanungKonzeptmodell (LOD 100), erste Massen- und Kostenermittlung
3EntwurfsplanungEntwurfsmodell (LOD 200-300), Kollisionsprüfung
4GenehmigungsplanungModellbasierte Bauantragsunterlagen, Brandschutznachweis
5AusführungsplanungDetailmodell (LOD 350-400), Mengenermittlung, Ausschreibung
6-7Vergabe & Bauüberwachung4D-Terminplanung, 5D-Kostencontrolling, Soll-Ist-Vergleich
8ObjektüberwachungMängelmanagement, Abnahmedokumentation im Modell
9ObjektbetreuungAs-Built-Modell (LOD 500) für Facility Management

Vorteile von BIM auf einen Blick

Kostensicherheit

20–30 % weniger Nachträge durch frühzeitige Kollisionserkennung

Transparenz

Alle Projektbeteiligten arbeiten am selben digitalen Modell

Rechtssicherheit

Lückenlose Dokumentation aller Planungsentscheidungen

Fazit: BIM ist kein Trend – es ist der neue Standard

Mit der gesetzlichen BIM-Pflicht für öffentliche Bauprojekte, einem jährlichen Marktwachstum von über 13 % in Deutschland und der zunehmenden Forderung durch private Bauherren ist klar: Wer heute nicht in BIM investiert, verliert morgen Aufträge.

Linsenspektrum unterstützt Sie bei der Erstellung von BIM-fähigen 3D-Scandaten – als Grundlage für Ihr digitales Gebäudemodell. Von der Bestandserfassung per Laserscanning bis zur fertigen Punktwolke liefern wir die Daten, die Ihr BIM-Modell braucht.

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Stefan Dendorfer

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