Von der präzisen Laserscanning-Erfassung bis zum fertigen BIM-Modell – der komplette Workflow für Sanierung, Umbau und energetische Modernisierung. Schritt für Schritt erklärt.
Bestandsgebäude sind komplex. Abweichungen vom Originalplan, Umbauten aus Jahrzehnten, versteckte Leitungsschächte – die Realität weicht oft erheblich von den Unterlagen ab. Ein Scan-to-BIM-Modell schafft hier Klarheit: Es dokumentiert den IST-Zustand millimetergenau und wird zur verlässlichen Grundlage für Sanierungsplanung, Energieberatung und Umbau.
Besonders bei KfW-Förderanträgen (KfW 261, 262) ist ein akkurates Bestandsmodell oft Voraussetzung. Und für Architekten/Planer spart ein präzises BIM-Modell Wochen an Aufmaßarbeit.
Welche Bereiche des Gebäudes sollen gescannt werden? Nur Innenräume oder auch Außenfassade? Welche LOD wird benötigt? Welche Systeme sind relevant (Tragwerk, Haustechnik, Elektro)?
1–2 Tage Planung
Leica BLK360 G2 für höchste Genauigkeit oder Matterport Pro3 für schnelle Erfassung? Je nach Anforderung und Budget wird der Scanner gewählt.
Entscheidung vor Ort
Zugang zu allen Räumen klären, Hindernisse identifizieren, Sicherheitsaspekte prüfen. Bei Bedarf: Möbel verschieben, Türen öffnen.
0,5–1 Tag
Systematisches Scannen aller Räume und Außenbereiche. Pro 100 m² Fläche ca. 2–4 Stunden Scanzeit. Jede Scanstation wird registriert und überlappend erfasst.
1–3 Tage (je nach Objektgröße)
Die einzelnen Scans werden zu einer einzigen, georeferenzierten Punktwolke zusammengefügt. Qualitätskontrolle: Lücken füllen, Fehler korrigieren.
1–2 Tage
Entfernen von Möbeln, Personen, Fahrzeugen und anderen temporären Objekten. Die Punktwolke zeigt nur die Gebäudestruktur.
0,5–1 Tag
Die bereinigte Punktwolke wird als E57 oder RCP exportiert und in Autodesk ReCap oder Leica Cyclone geladen – bereit für die Modellierung.
Automatisch
Revit-Projekt anlegen, Koordinatensystem definieren, Punktwolke als Referenz importieren (CloudWorx Plugin oder ReCap-Link).
0,5 Tag
Wände, Öffnungen, Treppen werden manuell oder semi-automatisch (mit AI-Tools) aus der Punktwolke modelliert. LOD 300 bedeutet: exakte Geometrie, aber noch keine Materialdetails.
3–5 Tage (je nach Komplexität)
Falls relevant: Heizungsrohre, Elektroleitungen, Abwasserleitungen werden in die Punktwolke eingezeichnet und ins BIM-Modell übernommen.
1–3 Tage
Abgleich des BIM-Modells mit der Punktwolke. Sind alle Wände korrekt? Stimmen die Höhen? Sind Fenster und Türen richtig positioniert?
1–2 Tage
Finales BIM-Modell wird in Revit gespeichert, dokumentiert und an den Auftraggeber übergeben. Dazu: Grundrisse, Schnitte, Ansichten als 2D-Pläne.
0,5 Tag
Das BIM-Modell zeigt exakt, wo Wärmeverluste entstehen. Fenster, Türen, Dachaufbauten werden millimetergenau erfasst – essentiell für KfW-Förderanträge und Energieberatung.
Planer sehen sofort, wo Wände versetzt werden können, wo tragende Strukturen sind. Das reduziert Planungsfehler und Nachträge deutlich.
Historische Gebäude werden dokumentiert – jedes Detail wird für die Nachwelt gesichert. Das BIM-Modell dient als Referenz für denkmalgerechte Arbeiten.
Das As-Built-Modell (LOD 500) wird zum digitalen Gebäudepass. Wartungsintervalle, Herstellerdaten, Energieverbrauch – alles zentral dokumentiert.
Die Kosten für ein Scan-to-BIM-Projekt hängen von der Objektgröße, der gewünschten LOD und der Komplexität ab. Als Faustregel:
Bestandsgebäude sind komplex – aber mit modernem Laserscanning und BIM-Modellierung wird diese Komplexität beherrschbar. Ein präzises Scan-to-BIM-Modell ist nicht nur eine Dokumentation – es ist die Grundlage für sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Sanierungen.
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Geschäftsführer, Linsenspektrum Agentur