Projektübersicht
Straßenzustandsdaten können Kommunen und Planer dabei unterstützen, Schadensbilder zuzuordnen und Instandhaltungsmaßnahmen fachlich zu priorisieren. Dafür müssen Erfassungsumfang, Bodenauflösung, Auswertungsverfahren und Prüfprozess zum konkreten Projekt passen.
Linsenspektrum übernahm für dieses Projekt die dokumentierte Straßenzustandsbefliegung eines rund 12 Kilometer langen Straßennetzes in Norddeutschland. Der Auftrag umfasste hochauflösende Luftaufnahmen, ergänzende Bodenaufnahmen und eine strukturierte Auswertung der vereinbarten Streckenabschnitte.

Aufnahmetechnik: 100-Megapixel aus der Luft
Für die Straßenbefliegung setzt Linsenspektrum eine 100-Megapixel-Kamera ein. Die erreichbare Bodenauflösung (Ground Sampling Distance, GSD) hängt von Flughöhe, Optik, Überdeckung und Auswertung ab. Welche Rissbreiten zuverlässig erkennbar sind, muss über die tatsächliche GSD, Bildschärfe, Kontraste und ein geeignetes Validierungskonzept nachgewiesen werden.
Die Befliegung erfolgt in definierten, überlappenden Streifen. Überdeckung und Flugparameter werden passend zur geforderten GSD und den örtlichen Bedingungen geplant. Aus den Einzelaufnahmen wird anschließend ein georeferenziertes Orthomosaik berechnet, das in vereinbarten GIS-Formaten übergeben werden kann.
Ergänzend zu den Luftaufnahmen werden Bodenaufnahmen angefertigt, die ausgewählte Schadensbilder in Nahaufnahme dokumentieren und die fachliche Prüfung der Luftbildauswertung unterstützen. So können je nach Projekt weniger Vor-Ort-Begehungen erforderlich sein; eine vollständige fachliche Prüfung wird dadurch nicht ersetzt.


E EMI der FGSV: projektbezogene fachliche Einordnung
Die E EMI – Empfehlungen für das Erhaltungsmanagement von Innerortsstraßen werden von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) herausgegeben. Die Abkürzung bezeichnet keine europäische Norm.
Ob und in welchem Umfang eine Auswertung daran ausgerichtet wird, muss für das konkrete Projekt, die Datengrundlage und die verwendete Ausgabe festgelegt werden. Die folgende Übersicht zeigt daher projektbezogene Prüffelder und keine pauschal gültigen E EMI-Klassen:
Prüffelder der Zustandsdokumentation
Welche Kennwerte oder Zustandszahlen aus den Aufnahmen abgeleitet werden, ist im Leistungsbild festzulegen. Datengrundlage, Rechenweg, Prüfungen und Freigabe sollten nachvollziehbar dokumentiert werden; eine pauschale behördliche oder förderrechtliche Anerkennung wird nicht zugesagt.
Wiederholungsbefliegungen können Vergleiche über die Zeit unterstützen, wenn Aufnahmeparameter, Referenzierung und Auswertung ausreichend konsistent sind. Intervalle und Vergleichskriterien werden projektbezogen festgelegt.

Eigens entwickeltes Bewertungsmanagement
Das Herzstück dieses Projekts ist ein von Linsenspektrum eigens entwickeltes Bewertungsmanagement, das direkt in die Auswertungssoftware integriert wurde. Es unterstützt die Zuordnung von Bildausschnitten, Geometrien und dokumentierten Schadensmerkmalen zu georeferenzierten Streckenabschnitten.
Das Bewertungsmanagement kann photogrammetrische Analyse und regelbasierte Zuordnung verbinden. Welche Merkmale aus Pixelgeometrie oder Oberflächenmodell belastbar abgeleitet werden können, hängt von Datengrundlage und Validierung ab. Fachliche Prüfung und Freigabe bleiben Teil des Auswertungsprozesses.
Die Integration in gängige GIS-Plattformen (QGIS, ArcGIS, MapInfo) ermöglicht es Straßenbaulastträgern, die Ergebnisse direkt in ihre bestehenden Infrastrukturmanagementsysteme zu übernehmen. Shapefile-, GeoJSON- und DXF-Exporte können nach vereinbartem Leistungsumfang bereitgestellt werden.


Drohnenbefliegung vs. manuelle Begehung
Manuelle Begehung, Messfahrzeug und Drohnenbefliegung liefern unterschiedliche Informationen. Welche Kombination geeignet ist, hängt von Prüfziel, Streckenabschnitt, Sicherheitsanforderungen und gewünschter Datentiefe ab:
Manuelle Begehung / Messfahrzeug
- Direkte fachliche Prüfung am Schadensort möglich
- Verkehrsführung und Arbeitsschutz projektbezogen planen
- Oberflächen können aus kurzer Distanz beurteilt werden
- Georeferenzierung erfordert ein abgestimmtes Verfahren
- Geeignet für Stichproben und Detailvalidierung
- Aufwand hängt von Strecke und Prüftiefe ab
Drohnenbefliegung mit strukturierter Auswertung
- Vereinbarte Streckenabschnitte systematisch erfassbar
- Je nach Projekt können weniger Vor-Ort-Begehungen nötig sein
- Georeferenzierte Luft- und ergänzende Bodenaufnahmen
- GSD und Kontrollkonzept projektbezogen festgelegt
- Erkannte Schadensmerkmale fachlich zu validieren
- Format und Bearbeitungszeit gemäß Leistungsumfang
Projektergebnis: Strukturierte Auswertungsgrundlage
Das Projektergebnis umfasst die im Auftrag vereinbarten Daten und Auswertungen:
Georeferenziertes Orthomosaik
Luftbild der vereinbarten Streckenabschnitte in abgestimmten GIS-Formaten
Schadensdokumentation
Georeferenzierte Zuordnung der dokumentierten Schadensmerkmale
Auswertungsbericht
Dokumentierte Datengrundlage, Methodik und projektbezogene Bewertung
Prüfhinweise
Hinweise für fachliche Validierung und weitere Untersuchungen
Fotodokumentation
Hochauflösende Luft- und ergänzende Bodenaufnahmen mit Georeferenzierung
Prüfprozess
Nachvollziehbar dokumentierte Zuordnung, Prüfung und Freigabe
Anwendungsfelder: Wer profitiert von der Straßenzustandsbefliegung?
Die drohnenbasierte Straßenzustandsdokumentation kann für verschiedene Auftraggeber eine ergänzende Datengrundlage liefern:
- Kommunen und Landkreise – als ergänzende Datengrundlage für Zustandsübersichten und die fachliche Priorisierung von Instandhaltungsmaßnahmen.
- Straßenbauämter und Landesbehörden – für dokumentierte Zustandsübersichten; Anforderungen an Fördermittel- oder Haushaltsunterlagen sind separat zu prüfen.
- Ingenieurbüros und Planungsgesellschaften – als Datengrundlage für Straßenentwurf, Sanierungsplanung und Leistungsverzeichnisse.
- Wohnungsbaugesellschaften und Privateigentümer – für die Dokumentation des Zustands privater Erschließungsstraßen und Parkplatzflächen.
- Industrie und Logistik – für die Zustandserfassung von Werkszufahrten, Betriebsgeländen und Logistikflächen, bei denen hohe Achslasten besondere Anforderungen an den Belag stellen.
Leistungen & Fachbegriffe


