Vom Blauwal-Skelett bis zum Schiffsrumpf: Der Artec Leo Handscanner ermöglicht präzise 3D-Scans in Situationen, wo stationäre Laserscanner an ihre Grenzen stoßen. Ich zeige vier echte Projekte aus meiner Praxis.

Der Artec Leo ist ein kabelloser, handgehaltener 3D-Strukturlicht-Scanner, der sich fundamental von stationären Laserscannern wie dem Leica BLK360 oder RTC360 unterscheidet. Während stationäre Scanner ganze Räume und Gebäude erfassen, ist der Leo für Objekte im Bereich von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern konzipiert – mit einer Genauigkeit von bis zu 0,1 mm.
Das Herzstück ist ein eingebauter NVIDIA Jetson TX2-Prozessor, der den Scan in Echtzeit verarbeitet. Auf dem integrierten 5,5-Zoll-Touchscreen sieht man das entstehende 3D-Modell direkt während des Scannens – kein Laptop, kein Kabel, keine Unterbrechung des Workflows. Mit 80 Frames pro Sekunde ist er der schnellste Handscanner seiner Klasse.
Besonders wertvoll ist der Leo in Situationen, in denen Objekte komplex geformt, schwer zugänglich oder zu klein für stationäre Scanner sind. Ich setze ihn ergänzend zum Leica RTC360 ein – der Leica erfasst den Raum, der Artec Leo die Details.
Das Zoologische Museum der Universität Kiel beherbergt eine der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen Norddeutschlands – darunter ein vollständiges Blauwal-Skelett, das zu den größten Exponaten seiner Art in Europa zählt. Die Herausforderung: Das Skelett hängt frei im Raum, ist mehrere Meter lang und besteht aus hunderten einzelner Knochen mit komplexen organischen Formen.
Für dieses Projekt kam eine Zwei-Scanner-Strategie zum Einsatz: Der Leica RTC360 erfasste den gesamten Museumsraum inklusive Architektur und Raumgeometrie. Der Artec Leo übernahm die Detailerfassung der einzelnen Skelett-Elemente – Wirbelknochen, Rippen, Schädelstrukturen. Die organischen Formen mit ihren Hinterschneidungen und unregelmäßigen Oberflächen sind für stationäre Laserscanner nahezu unerfassbar.
Das Ergebnis: Ein vollständiges digitales 3D-Modell des Exponats mit Millimeter-Genauigkeit, das für Forschung, Lehre und eine geplante virtuelle Ausstellung genutzt wird. Wissenschaftler können das Modell heute von jedem Ort der Welt aus untersuchen – ohne das fragile Original zu berühren.
Die Walhalle des Zoologischen Museums Kiel ist eine einzigartige Ausstellungshalle mit beeindruckenden Walexponaten und Skeletten. Die Erfassung dieser großen, komplexen Strukturen mit ihren vielfältigen Oberflächen und Details stellte eine besondere Herausforderung dar. Ziel des Projekts war eine vollständige 3D-Dokumentation für die virtuelle Ausstellung und die Erstellung eines digitalen Archivs.
Der Artec Leo erwies sich hier als ideales Werkzeug: Seine Fähigkeit, auch bei schwierigen Lichtverhältnissen und komplexen Oberflächentexturen präzise Scans zu liefern, machte ihn zur ersten Wahl für die Detailerfassung der Walexponaten. Die VCSEL-Lichtquelle (Vertical-Cavity Surface-Emitting Laser) ermöglicht sogar Scans bei direktem Sonnenlicht – ein entscheidender Vorteil bei der Dokumentation großer Objekte.
Das fertige 3D-Modell dient als Grundlage für die virtuelle Ausstellung: Besucher können die Walexponaten in höchster Detailauflösung erforschen, Strukturen millimetergenau vermaßen und die Sammlung weltweit zugänglich machen – eine neue Form der Museumsdigitalisierung.
Ein besonders anspruchsvolles Projekt war der 3D-Scan eines historischen Geländers in einem Schloss. Das Geländer war über Jahrzehnte hinweg beschädigt worden – einzelne Elemente fehlten, andere waren durch unsachgemäße Reparaturen entstellt. Der Auftraggeber wollte das Geländer in seinen historischen Originalzustand zurückversetzen.
Der Artec Leo scannte die verbliebenen Originalelemente mit höchster Präzision: Schmiedeeisenornamente, Verbindungsknoten, Handlaufprofile. Aus den Scandaten wurden exakte CAD-Modelle erstellt, die als Vorlage für die Nachfertigung der fehlenden Teile dienten. Ein Schlosser konnte anhand der 3D-Daten die fehlenden Elemente originalgetreu nachschmieden – ohne Rätselraten, ohne Schätzungen.
Dieses Projekt zeigt exemplarisch, wofür der Begriff „Reverse Engineering" steht: Aus einem physischen Objekt wird ein digitales Modell, aus dem Modell werden Fertigungsunterlagen, aus den Unterlagen entsteht ein neues physisches Objekt – identisch mit dem Original. Der Artec Leo ist dabei das entscheidende Bindeglied.

Kabelloser Betrieb: Kein Laptop, kein Kabel – der Leo ist vollständig autark.

Dual-Kamera-System für Textur und Geometrie in einem Arbeitsgang.
Strahlruder (auch Bugstrahler oder Querstrahlruder genannt) werden in den Rumpf von Schiffen eingebaut, um die Manövrierfähigkeit im Hafen zu verbessern. Der Einbau erfordert präzise Kenntnis der Rumpfgeometrie: Wandstärken, Krümmungsradien, Verstrebungen und die genaue Position der geplanten Öffnung müssen auf den Millimeter genau bekannt sein.
Der Artec Leo scannte den relevanten Rumpfbereich von innen und außen. Die resultierenden 3D-Daten wurden in die Planungssoftware der Werft importiert, wo die Strahlruder-Einheit virtuell eingepasst wurde – inklusive Kollisionsprüfung mit bestehenden Strukturen. Erst nach dieser digitalen Validierung begann die physische Arbeit.
Das Ergebnis: Keine Überraschungen auf der Werft, keine teuren Nacharbeiten, kein Zeitverzug. Der Scan hatte sich bereits nach wenigen Stunden Planungszeit amortisiert. Dieses Projekt steht exemplarisch für einen wachsenden Anwendungsbereich: die Schiffs- und Offshore-Industrie, wo präzise Bestandsdaten über Millionen-Investitionen entscheiden.
Der Artec Leo ist kein Ersatz für stationäre Laserscanner – er ist ihre Ergänzung. Überall dort, wo organische Formen, komplexe Geometrien, Hinterschneidungen oder höchste Präzision gefragt sind, schlägt er stationäre Systeme deutlich. Die vier Projekte aus meiner Praxis zeigen die Bandbreite: von der Wissenschaft über das Kulturerbe bis zur Industrie.
Besonders beeindruckt mich nach wie vor die Echtzeit-Verarbeitung: Man sieht das entstehende 3D-Modell direkt auf dem integrierten Display, kann Lücken sofort erkennen und nachscannen – ohne erst zurück ins Büro zu fahren und die Daten zu verarbeiten. Das spart Zeit, Kosten und Nerven.
Wenn Sie ein Projekt haben, bei dem präzise 3D-Scandaten von Objekten, Exponaten, historischen Elementen oder Industriekomponenten benötigt werden – sprechen Sie mich an. Ich berate Sie gerne, welcher Scanner für Ihr spezifisches Vorhaben die richtige Wahl ist.
Sie haben ein Objekt, das präzise gescannt werden soll? Ob Museum, Denkmal, Schiff oder Industrieanlage – ich berate Sie kostenlos zu den Möglichkeiten mit dem Artec Leo und unseren weiteren Scannern.