Was ist E EMI?
Die E EMI steht für Empfehlungen für das Erhaltungsmanagement von Innerortsstraßen. Sie wird von der FGSV (Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) herausgegeben und strukturiert Prozesse, Daten und Qualitätssicherung für das kommunale Erhaltungsmanagement.
Das erste Erscheinen der E EMI liegt mittlerweile über 20 Jahre zurück (E EMI 2003). Die aktuelle Fassung E EMI-1 (Ausgabe 2025) beschreibt die Grundlagen des Erhaltungsmanagements – von der Datenerhebung über die Zustandsbewertung bis hin zur Maßnahmenplanung.
Die Empfehlungen richten sich primär an Kommunen und Straßenbaulastträger, die Bestands- und Zustandsdaten nachvollziehbar erfassen, fachlich bewerten und für ihre Erhaltungsplanung nutzen wollen.
Messverfahren und visuelle Dokumentation
Je nach Prüfziel werden messtechnische Verfahren, visuelle Zustandserfassung und hochauflösende Bilddokumentation unterschiedlich kombiniert:
Messtechnische ZEB
Die messtechnische Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) umfasst spezialisierte Messaufgaben, unter anderem zu Ebenheit und Griffigkeit. Umfang und Verfahren richten sich nach dem vereinbarten Prüfziel.
Visuelle Bilddokumentation
Hochauflösende Drohnen- und Bodenaufnahmen machen sichtbare Oberflächenmerkmale positions- und zeitbezogen nachvollziehbar. Sie unterstützen die fachliche Einordnung und den Vergleich mehrerer Aufnahmetermine.
Visuell dokumentierbare Oberflächenmerkmale
Hochauflösende Bilder können sichtbare Merkmale nach einem vorab vereinbarten Schlüssel dokumentieren. Die abschließende Bezeichnung und Bewertung bleibt der fachlichen Prüfung vorbehalten:
| Merkmal | Beschreibung | Erfassung |
|---|---|---|
| Risse | Längs-, Quer- und Netzrisse in der Fahrbahnoberfläche | Drohne + Bodenkamera |
| Schlaglöcher | Ausbrüche und Vertiefungen in der Deckschicht | Bodenkamera (Detail) |
| Flickstellen | Bereits reparierte Bereiche, die auf Vorschäden hinweisen | Drohne (Übersicht) |
| Unebenheiten | Spurrinnen, Aufwölbungen, Absenkungen | Messtechnik + visuell |
| Oberflächenschäden | Abplatzungen, Ausbrüche, Bindemittelverlust | Bodenkamera (Detail) |
| Entwässerung | Defekte Rinnen, verstopfte Abläufe, Wasseransammlungen | Drohne + Bodenkamera |
Drohnen- und Detailaufnahmen für die Datengrundlage
Wo Fluggebiet und Betrieb es zulassen, liefern Drohnen eine systematische Streckenübersicht. Relevante Bereiche können anschließend mit hochauflösenden Bodenaufnahmen ergänzt und für die fachliche Prüfung eindeutig lokalisiert werden.
Die Kombination aus Drohnenerfassung aus der Luft und High-End-Kameras am Boden schafft eine mehrstufige visuelle Dokumentation: Luftbilder liefern Übersicht und Positionsbezug, Bodenaufnahmen die Detailreserve für eine gezielte fachliche Einordnung.
Drohne: Übersicht und Orthomosaik
Eine systematisch geplante Befliegung kann positionsbezogene Luftbilder und – bei entsprechendem Auftrag – georeferenzierte Orthomosaike liefern.
Bodenkameras: Detailaufnahmen
High-End-Kameras am Boden zeigen Rissverläufe, Kanten, Materialwechsel und Oberflächenstrukturen mit hoher Detailreserve für die fachliche Prüfung.
Strukturierte Auswertung
Software kann Bildbestände positions- und zeitbezogen ordnen sowie Merkmale für die Sichtung vorsortieren. Die fachliche Einordnung und Freigabe erfolgt durch qualifizierte Personen.
Interaktiver Rundgang
Alle Aufnahmen werden zu einem navigierbaren Rundgang verknüpft. Entscheider können den Straßenzustand digital begehen – ohne vor Ort sein zu müssen.
Vorteile der drohnengestützten Erfassung
Ablauf einer E EMI-anschlussfähigen Bilddokumentation
Planung und Genehmigung
Festlegung der Erfassungsbereiche, Flugrouten und Genehmigungen. Abstimmung mit der Kommune und Verkehrsbehörden.
Drohnenbefliegung
Systematische Befliegung der Straßenabschnitte. Erstellung von Orthomosaiken und hochauflösenden Luftbildern.
Bodenerfassung
Parallel oder nachgelagert: High-End-Kameras erfassen Straßenoberflächen, Bordsteine und Schadensbilder im Detail.
Datenverarbeitung
Zusammenführung aller Aufnahmen. Erstellung eines interaktiven Rundgangs und georeferenzierter Übersichtskarten.
Strukturierung und Vorauswahl
Sichtbare Merkmale werden nach dem vereinbarten Projektschlüssel markiert. Unklare oder relevante Stellen werden für die fachliche Prüfung gekennzeichnet.
Fachliche Prüfung und Übergabe
Qualifizierte Fachpersonen prüfen die relevanten Stellen und ergänzen Bewertung, Priorisierung oder Maßnahmenhinweise im vereinbarten Auftragsumfang.
Häufige Fehler bei der Straßenzustandserfassung
Fazit
Die E EMI bietet Kommunen und Straßenbaulastträgern einen strukturierten Rahmen für Prozesse, Daten und Qualitätssicherung im Erhaltungsmanagement. Hochauflösende, positionsbezogene Bilddaten stärken darin die visuelle Datengrundlage und erleichtern die Auswahl relevanter Stellen für die fachliche Prüfung.
Welche Kombination aus Drohne, Detailkamera, Georeferenzierung oder ergänzendem Laserscan sinnvoll ist, richtet sich nach dem Prüfziel. Unser Ansatz verbindet Streckenübersicht, hohe Bilddetailreserve und gezielte Vor-Ort-Prüfung in einem nachvollziehbaren Workflow.



