
„Ein großflächiges Matterport-Projekt zwischen weitläufigen Hallen, großen Fahrzeugen und reflektierenden Metalloberflächen – erfasst mit über 380 Scan-Positionen."
Das Deutsche Panzermuseum in Munster präsentiert nach eigenen Angaben mehr als 150 Großobjekte in fünf Hallen auf über 10.000 m². Für das Rundgangprojekt wurden mehr als 5.000 m² der vereinbarten Bereiche digital erfasst.
Der Rundgang sollte räumliche Orientierung ermöglichen und ausgewählte Ausstellungsbereiche unabhängig vom persönlichen Besuch digital zugänglich machen. Gleichzeitig mussten große Fahrzeuge, enge Wege und reflektierende Metalloberflächen zuverlässig abgebildet werden.
Panzer und gepanzerte Fahrzeuge bis zu 10 m Länge und 4 m Höhe erfordern spezielle Scan-Positionen für vollständige Erfassung.
Metallische Oberflächen reflektieren Laserscanner-Signale. Lösung: Mehrfachscans aus verschiedenen Winkeln und manuelle Nachbearbeitung.
Freiluft-Exponate auf dem Außengelände wurden bei bedecktem Himmel gescannt, um Schattenwurf zu minimieren.
Teile des Museums unterliegen militärischen Sicherheitsvorschriften. Enge Abstimmung mit der Museumsleitung war erforderlich.
Als ich den Auftrag für den Matterport Rundgang im Deutschen Panzermuseum Munster erhielt, war mir sofort klar: Dieses Projekt würde sich von meinen bisherigen Museumsdigitalisierungen deutlich unterscheiden. Die Ausstellungsfläche von über 10.000 Quadratmetern, verteilt auf fünf Hallen und ein Außengelände, erforderte eine gründliche Planung. Hinzu kam die Besonderheit der Exponate – Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Geschütze mit stark reflektierenden Metalloberflächen, die für Infrarot-Laserscanner eine echte Herausforderung darstellen.
Die Vorbereitung begann mit einem Planungstag vor Ort. Gemeinsam mit der Museumsleitung legte ich die Scan-Route fest, identifizierte kritische Bereiche (enge Durchgänge zwischen den Exponaten, Bereiche mit Sicherheitsauflagen) und klärte die Zeitfenster. Da das Museum während der Aufnahmen geschlossen sein musste, standen mir pro Tag nur die Stunden vor Öffnung und nach Schließung zur Verfügung – insgesamt drei Aufnahmetage.
Zum Einsatz kam die Matterport Pro2 Kamera, die sich für Museumsumgebungen mit ihrem Infrarot-Sensor und der hohen Auflösung bewährt hat. Für die großen Hallen setzte ich auf ein engmaschiges Raster von Scanpositionen (ca. alle 2,5 Meter), um auch die Details der Exponate vollständig zu erfassen. Bei den Panzern und Fahrzeugen – manche über 10 Meter lang und 4 Meter hoch – waren zusätzliche Scans aus erhöhter Position nötig, um die Oberseiten abzubilden.
Die Metallreflexionen stellten die größte technische Herausforderung dar. Polierte Stahloberflächen werfen den Infrarotstrahl zurück und erzeugen Löcher im 3D-Modell. Meine Lösung: Mehrfachscans aus verschiedenen Winkeln, sodass jede Oberfläche mindestens aus zwei Richtungen erfasst wurde. In der Nachbearbeitung konnte ich so die meisten Artefakte eliminieren.
Neben den Metallreflexionen gab es weitere Besonderheiten: Das Außengelände mit seinen Freiluft-Exponaten musste bei bedecktem Himmel aufgenommen werden, um Schattenwurf zu minimieren. Teile des Museums unterliegen militärischen Sicherheitsvorschriften – bestimmte Bereiche durften nur nach Freigabe betreten werden, und die finale Veröffentlichung erforderte eine Abnahme durch die Museumsleitung.
Die schiere Größe des Projekts – über 380 Scanpositionen – bedeutete auch logistische Planung: Akkuwechsel, Daten-Uploads zwischen den Sessions und eine klare Nummerierung der Räume, um in der Nachbearbeitung den Überblick zu behalten. Nach drei intensiven Aufnahmetagen und einer Woche Postproduktion (Alignment, Cleanup, Info-Tags in Deutsch und Englisch) war der Rundgang fertig.
Das Ergebnis ist ein vollständig begehbarer 3D-Rundgang durch alle fünf Hallen und das Außengelände. Besucher können sich vorab orientieren, internationale Interessierte das Museum virtuell erleben und Schulklassen den Rundgang als Bildungsressource nutzen. Die mehrsprachigen Info-Tags (Deutsch und Englisch) liefern Kontext zu den wichtigsten Exponaten – von der Panzerhaubitze 2000 bis zum Leopard 2.
Der veröffentlichte Rundgang ergänzt den Museumsbesuch um eine digitale Orientierungsmöglichkeit und macht die erfassten Bereiche auch aus der Ferne zugänglich. Für mich als Dienstleister war dieses Projekt ein Beleg dafür, dass sich Großobjekte mit komplexen Oberflächen und Sicherheitsanforderungen mit sorgfältiger Planung zuverlässig digitalisieren lassen.
Museen haben eine besondere Herausforderung: Sie müssen internationale Besucher ansprechen, die eine weite Anreise planen, und gleichzeitig ihr kulturelles Erbe digital zugänglich machen. Ein Matterport 3D-Rundgang erfüllt beide Anforderungen:
Linsenspektrum digitalisiert Museen, Ausstellungen und Kultureinrichtungen mit Matterport 3D-Technologie. Mehrsprachige Info-Tags, barrierefrei, deutschlandweit.
Zur Rundgänge-LeistungsseiteMuseen mit großen Fahrzeugen und weitläufigen Hallen erfordern eine strategische Planung der Scan-Routen.
Militärfahrzeuge mit stark reflektierenden Metalloberflächen können zu Scan-Artefakten führen.
Bei 380+ Scanpositionen ist eine klare Nummerierung und Dokumentation der Standpunkte unverzichtbar.
Große offene Hallen mit hohen Decken brauchen weniger Scanpunkte als verwinkelte Bereiche gleicher Fläche.
Die Nacharbeit bei großen Museen ist oft aufwändiger als die eigentliche Aufnahme vor Ort.