3D-Dokumentation des Dokumentationszentrums – 200 Meter Sichtbeton-Architektur, digital erfasst für die langfristige Bewahrung eines Ortes der Erinnerung.

Bergen-Belsen war zwischen 1943 und 1945 ein Konzentrationslager im Landkreis Celle, Niedersachsen. Über 70.000 Menschen kamen hier ums Leben – darunter Anne Frank und ihre Schwester Margot, die im Februar oder März 1945 starben. Am 15. April 1945 wurde das Lager durch britische Truppen befreit.
Das Dokumentationszentrum wurde am 28. Oktober 2007 eröffnet. Die Architekten KSP Engel & Zimmermann schufen einen 200 Meter langen, monolithischen Baukörper aus Sichtbeton – eine bewusst reduzierte, ernste Architektur, die als „begehbare Skulptur" in einer Schneise des Heidewaldes am Rande des ehemaligen Lagergeländes liegt. Die Dauerausstellung dokumentiert das Geschehen in Bergen-Belsen, Wietzendorf und Oerbke.
Das Dokumentationszentrum ist 200 Meter lang und 18 Meter breit. Sichtbeton prägt das Gebäude innen wie außen – roh, unverkleidet, bewusst karg. Lichtleisten an den Wänden bilden die einzige Beleuchtung. Polierte Betonböden reflektieren das spärliche Licht und verstärken die ernste Atmosphäre.
Die Ausstellung gliedert sich in lange Gänge mit freistehenden Glasvitrinen, Bodenstelen und Medienstationen. In manchen Bereichen senkt sich die Betondecke schräg ab und erzeugt eine bedrückende Raumwirkung – eine architektonische Entscheidung, die das Gewicht der Geschichte physisch erfahrbar macht.
Für die 3D-Dokumentation stellte diese Architektur besondere Anforderungen: Die extreme Länge, die reflektierenden Oberflächen und die wechselnden Raumhöhen erforderten eine sorgfältige Planung der Scan-Positionen.

Die Digitalisierung des Dokumentationszentrums erforderte ein Höchstmaß an Sensibilität. Das Team arbeitete außerhalb der Öffnungszeiten, um den Gedenkstättenbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Jede Handlung wurde mit der Leitung der Gedenkstätte abgestimmt.
Mit dem Matterport Pro2 Scanner wurde das gesamte Dokumentationszentrum systematisch erfasst. Die Scan-Positionen wurden in regelmäßigen Abständen von 3–4 Metern gesetzt – bei einer Gebäudelänge von 200 Metern eine umfangreiche Aufgabe.
Besondere Sorgfalt galt der Positionierung in den Ausstellungsbereichen: Zwischen Glasvitrinen und Bodenstelen musste der Scanner so platziert werden, dass Reflexionen minimiert und gleichzeitig alle Exponate sichtbar erfasst wurden.
Die Erfassung erfolgte in mehreren Abschnitten. Nach der Verarbeitung in der Matterport-Cloud entstand ein vollständiges 3D-Modell mit Dollhouse-Ansicht, Grundriss und Messfunktion – ausschließlich für die interne Nutzung der Gedenkstätte.
Die extreme Länge des monolithischen Baukörpers erforderte eine hohe Anzahl an Scan-Positionen und eine präzise Planung der Scan-Reihenfolge.
Die stark reflektierenden Böden erzeugten Spiegelungen, die den Infrarot-Laser des Scanners beeinflussen. Sorgfältige Positionierung war erforderlich.
Zahlreiche freistehende Glasvitrinen mit historischen Dokumenten und Exponaten erzeugen Reflexionen und erfordern optimale Scan-Winkel.
Die Arbeit an einem Ort des Gedenkens erfordert höchste Sensibilität, Diskretion und enge Abstimmung mit der Gedenkstättenleitung.
Das Ergebnis ist ein vollständiges 3D-Modell des Dokumentationszentrums – nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern als internes Werkzeug für die Gedenkstätte. Der digitale Zwilling dient der langfristigen Archivierung des baulichen Zustands und ermöglicht es, den aktuellen Zustand des Gebäudes und der Ausstellung dauerhaft zu dokumentieren.
Die Dollhouse-Ansicht bietet einen Gesamtüberblick über die räumliche Struktur des 200 Meter langen Gebäudes. Die integrierte Messfunktion ermöglicht präzise Abstandsmessungen – relevant für die Planung von Ausstellungsänderungen oder Restaurierungsarbeiten. Der Grundriss dokumentiert die Position jeder Vitrine und jedes Exponats.









Gedenkstätten tragen die Verantwortung, die Erinnerung an historische Verbrechen für kommende Generationen zu bewahren. Bauliche Strukturen unterliegen dem natürlichen Verfall – Beton altert, Oberflächen verändern sich, Ausstellungen werden umgestaltet. Eine 3D-Dokumentation schafft eine unveränderliche Referenz des aktuellen Zustands.
Die digitale Erfassung ermöglicht es, den baulichen Zustand eines Dokumentationszentrums millimetergenau zu archivieren. Bei späteren Restaurierungen oder Umgestaltungen kann jederzeit auf den dokumentierten Originalzustand zurückgegriffen werden. Dies ist besonders relevant für Gebäude mit hohem architektonischem Anspruch wie das Dokumentationszentrum Bergen-Belsen.
Darüber hinaus bietet die 3D-Digitalisierung praktischen Nutzen für die tägliche Arbeit: Ausstellungsplaner können Vitrinen-Positionen virtuell prüfen, Haustechniker können Leitungswege nachvollziehen und die Gedenkstättenleitung kann den Zustand des Gebäudes dokumentieren, ohne physisch vor Ort sein zu müssen.
Die 3D-Digitalisierung von Gedenkstätten stellt besondere Anforderungen an Dienstleister. Anders als bei kommerziellen Projekten steht hier nicht die öffentliche Präsentation im Vordergrund, sondern die verantwortungsvolle Dokumentation und langfristige Archivierung. Linsenspektrum verfügt über die Erfahrung und Sensibilität, die für solche Projekte erforderlich ist.
Das Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Bergen-Belsen wurde 2007 nach Plänen von KSP Engel & Zimmermann errichtet. Der 200 Meter lange Sichtbeton-Bau gilt als herausragendes Beispiel zeitgenössischer Gedenkstättenarchitektur und wurde für den BDA-Preis Nike nominiert sowie mit dem EU Mies Award Heritage ausgezeichnet. Die Digitalisierung dieses Gebäudes erforderte eine Herangehensweise, die sowohl den technischen Anforderungen der Architektur als auch der Würde des Ortes gerecht wird.
Als Agentur für virtuelle Dokumentation in Niedersachsen und deutschlandweit bietet Linsenspektrum 3D-Erfassung mit dem Matterport Pro2 und Pro3 Scanner. Für Gedenkstätten, Museen und kulturelle Einrichtungen entwickeln wir individuelle Konzepte, die den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Ortes entsprechen – von der diskreten Erfassung bis zur langfristigen Datensicherung.
Die digitale Erinnerungskultur gewinnt zunehmend an Bedeutung. Während physische Orte dem Wandel der Zeit unterliegen, bewahrt ein 3D-Modell den dokumentierten Zustand dauerhaft. Für Gedenkstätten bedeutet dies: Die architektonische Intention, die räumliche Wirkung und die Anordnung der Ausstellung bleiben als digitale Referenz erhalten – unabhängig von zukünftigen baulichen Veränderungen.
Wenn Sie eine Gedenkstätte, ein Museum oder eine kulturelle Einrichtung digital dokumentieren möchten, stehen wir Ihnen für ein vertrauliches Gespräch zur Verfügung. Wir arbeiten diskret, respektvoll und mit dem Bewusstsein für die besondere Verantwortung, die solche Projekte mit sich bringen.
Gedenkstätten erfordern einen besonders würdevollen und sensiblen Umgang bei der Dokumentation.
Sehr lange, symmetrische Gebäude sind für die Matterport Pro2 eine Herausforderung – häufigere Scans helfen.
Interne Dokumentationsprojekte haben andere Qualitätsanforderungen als öffentliche Rundgänge.
Die Zusammenarbeit mit Gedenkstätten-Personal erfordert Verständnis für die besondere Bedeutung der Räume.
Sie möchten eine Gedenkstätte, ein Museum oder eine kulturelle Einrichtung digital dokumentieren? Wir beraten Sie vertraulich und unverbindlich.
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Geschäftsführer, Linsenspektrum Agentur