Drohnenkartierung ist mehr als ein Flug. Von der Flugplanung über RTK-Positionierung und Photogrammetrie-Verarbeitung bis zum fertigen GeoTIFF: Wir erklären jeden Schritt – mit echten Specs und Praxiserfahrung aus 2.500+ Projekten.
Drohnenkartierung – auch Drohnenvermessung oder UAV-Mapping genannt – ist die systematische Erfassung von Geländen und Gebäuden aus der Luft. Das Ergebnis sind georeferenzierte Daten: Orthomosaike, 3D-Modelle, Geländemodelle und Punktwolken mit cm-Genauigkeit.
Was früher Wochen dauerte (Begehung, terrestrische Vermessung, manuelle Kartierung) erledigt eine RTK-Drohne in Stunden. Ein 50-Hektar-Projekt: 45 Minuten Flug, 2–3 Tage Auswertung, GeoTIFF mit 3 cm Auflösung.
Linsenspektrum setzt den DJI Matrice 4E (Photogrammetrie) und den DJI Matrice 400 + Zenmuse L3 (LiDAR) ein. Beide haben RTK-Positionierung – der Unterschied liegt im Sensor und im Einsatzbereich.
Die Drohnenkartierung beginnt am Schreibtisch. Wir analysieren das Projektgebiet in Google Earth und DJI FlightHub: Fläche, Gelände, Hindernisse (Bäume, Masten, Gebäude), Luftraum (Kontrollzonen, Flughafennähe).
Dann folgt die Flugplanung: Überlappung (80–90 % seitlich, 80 % vorwärts), Flughöhe (50–120 m je nach Auflösung), Fluggeschwindigkeit, Bildintervall. Das Ergebnis ist ein automatisierter Flugplan, der die Drohne systematisch über das Gebiet führt.
Für Flüge über 120 m oder in Kontrollzonen beantragen wir die Genehmigung beim Luftfahrtbundesamt (LBA) oder der zuständigen Luftfahrtbehörde. Das dauert typischerweise 2–4 Wochen.
Am Einsatztag prüfen wir zuerst die Wetterbedingungen: Wind unter 10 m/s, keine Niederschläge, ausreichende Sicht. Dann richten wir die RTK-Basisstation ein oder verbinden uns mit dem NTRIP-Korrekturnetzwerk.
Der Flug selbst ist automatisiert: Die Drohne folgt dem vorberechneten Flugplan, nimmt Bilder (oder LiDAR-Punkte) in definierten Abständen auf und kehrt automatisch zur Basis zurück. Wir überwachen den Flug und greifen bei Bedarf manuell ein.
Für ein 50-Hektar-Projekt: ca. 45 Minuten Flugzeit, 800–1.200 Bilder, 2–4 Akkus. Die Rohdaten werden sofort auf dem Laptop gesichert.
Nach dem Flug werden die Rohdaten (Bilder + GPS-Logs + RTK-Korrekturdaten) auf den Auswertungsrechner übertragen. Wir prüfen sofort: Vollständige Abdeckung? Ausreichende Überlappung? Scharfe Bilder?
Bei RTK-Flügen werden die Korrekturdaten mit den GPS-Logs verknüpft (PPK-Prozessierung). Das Ergebnis: Jedes Bild hat eine cm-genaue Position. Ohne Bodenpasspunkte.
Qualitätskontrolle: Wir prüfen die Bildschärfe, die Belichtung und die Abdeckung. Bei Lücken oder Qualitätsproblemen planen wir sofort einen Nachflug.
Die eigentliche Arbeit beginnt im Büro. Die Software (DJI Terra, Agisoft Metashape) verarbeitet die Bilder in mehreren Schritten:
**Bildausrichtung (Alignment):** Die Software erkennt übereinstimmende Punkte in überlappenden Bildern und berechnet die exakte Position und Ausrichtung jeder Kamera. Ergebnis: Eine sparse Punktwolke mit Tausenden von Punkten.
**Dense Cloud:** Aus den ausgerichteten Bildern wird eine dichte Punktwolke mit Millionen von Punkten berechnet. Jeder Punkt hat eine 3D-Koordinate und eine Farbe.
**Mesh & Textur:** Aus der Punktwolke wird ein 3D-Mesh (Netz aus Dreiecken) erstellt und mit den Originalbildern texturiert.
**Orthomosaik:** Die Bilder werden auf das Geländemodell projiziert und zu einem verzerrungsfreien, georeferenzierten Luftbild zusammengefügt.
Verarbeitungszeit: 2–8 Stunden je nach Projektgröße und Rechnerleistung.
Das Endprodukt ist ein GeoTIFF – ein georeferenziertes Rasterbild mit eingebetteten Koordinaten (EPSG-Projektion, z.B. ETRS89/UTM). Es kann direkt in GIS-Software (QGIS, ArcGIS) und CAD-Programme importiert werden.
Auflösung: Typischerweise 2–5 cm/Pixel aus 80 m Flughöhe. Das bedeutet: Auf dem Orthomosaik sind Details von 5 cm erkennbar – Risse in Asphalt, einzelne Pflanzen, Markierungen.
Wir liefern zusätzlich: Digitales Geländemodell (DGM), 3D-Punktwolke (LAS/LAZ), 3D-Modell (OBJ), CAD-Export (DWG/DXF) und einen Vermessungsbericht mit Genauigkeitsnachweis.
Alle Daten werden über einen sicheren Download-Link geliefert. Auf Wunsch auch auf Festplatte oder per Cloud-Speicher.
Vor der Lieferung prüfen wir alle Ergebnisse: Stimmt die Georeferenzierung? Ist das Orthomosaik vollständig und scharf? Entsprechen die Genauigkeiten den vereinbarten Werten?
Wir erstellen einen Vermessungsbericht mit: Flugprotokoll, RTK-Korrekturdaten, Genauigkeitsnachweis (RMSE), Metadaten (Datum, Wetter, Equipment) und einer Übersichtskarte.
Nach der Übergabe stehen wir für Rückfragen zur Verfügung: Wie importiere ich das GeoTIFF in QGIS? Wie messe ich Abstände im 3D-Modell? Wir erklären die Daten und helfen bei der Weiterverarbeitung.
| Ergebnis | Format | Verwendung |
|---|---|---|
| Orthomosaik | GeoTIFF | GIS, CAD, Planung, Dokumentation |
| Digitales Geländemodell (DGM) | GeoTIFF, ASC | Höhenlinien, Hangneigung, Volumen |
| 3D-Punktwolke | LAS, LAZ | BIM, Vermessung, Analyse |
| 3D-Modell (Mesh) | OBJ, FBX, GLB | Visualisierung, Inspektion |
| CAD-Export | DWG, DXF | AutoCAD, Civil 3D, ArchiCAD |
| Vermessungsbericht | Behörden, Auftraggeber, Dokumentation |
Drohnenkartierung ist keine Nischentechnologie mehr – sie ist in vielen Branchen Standard. Bauprojekte nutzen sie für das Fortschrittsmonitoring: Wöchentliche Befliegungen liefern Orthomosaike, die den Baufortschritt dokumentieren und Abweichungen vom Bauplan frühzeitig sichtbar machen. Volumenberechnungen für Aushub und Aufschüttungen werden direkt aus dem 3D-Modell abgeleitet.
In der Landwirtschaft und Forstwirtschaft ermöglicht Drohnenkartierung die präzise Flächenerfassung und Bestandsanalyse. Multispektral-Kameras (NDVI) zeigen den Pflanzenstress auf dem Feld; LiDAR-Systeme messen Baumhöhen und Bestandsvolumen im Wald. Für Kommunen und Planungsbüros sind aktuelle Orthomosaike und Geländemodelle die Grundlage für Bauleitplanung, Hochwasserschutz und Infrastrukturplanung.
Energieversorger und Netzbetreiber setzen Drohnenkartierung für die Inspektion und Dokumentation von Stromleitungen, Windparks und Solaranlagen ein. Die Kombination aus hochauflösendem Orthomosaik und LiDAR-Punktwolke liefert alle Daten für Wartungsplanung und Schadensanalyse – ohne Kletterarbeiten oder Hubsteiger.
Wöchentliche Befliegungen, Orthomosaik-Vergleich, Volumenberechnung für Aushub/Aufschüttung, Fortschrittsdokumentation.
Digitales Geländemodell (DGM), Höhenlinien, Hangneigung, Volumenberechnungen. Auch unter Vegetation mit LiDAR.
Stromleitungen, Pipelines, Straßen, Brücken. Durchhang, Abstände, Mastneigungen aus der Punktwolke.
NDVI-Analyse, Baumhöhenmessung, Bestandsvolumen, Flächenerfassung. Präzisionslandwirtschaft.
Bauleitplanung, Hochwasserschutz, Infrastrukturplanung. Aktuelle Orthomosaike als GIS-Grundlage.
Volumenberechnungen für Abbau und Halden, Sicherheitsinspektion, Fortschrittsdokumentation.
Drohnenkartierung unterliegt der EU-Drohnenverordnung (EU 2019/947). Professionelle Kartierungsflüge fallen in der Regel in die Kategorie „Specific“ oder „Certified“ – je nach Drohnengewicht, Flughöhe und Einsatzgebiet. Linsenspektrum verfügt über alle erforderlichen Genehmigungen und Versicherungen für gewerbliche Drohnenflüge in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Für Flüge in Kontrollzonen (Flughafennähe, Hubschrauberlandeplätze) beantragen wir die Genehmigung beim zuständigen Flugsicherungsunternehmen (DFS in Deutschland). Flüge über Menschenansammlungen, Sicherheitsbereichen oder militärischen Sperrgebieten erfordern zusätzliche Genehmigungen. Wir übernehmen die komplette Genehmigungsbeantragung – Sie müssen sich um nichts kümmern.
Klasse C1–C6 je nach Gewicht. Linsenspektrum ist für alle relevanten Klassen zertifiziert.
Wir beantragen alle nötigen Genehmigungen beim LBA und den Flugsicherungsbehörden.
Vollständige Haftpflichtversicherung für gewerbliche Drohnenflüge in D/AT/CH.
Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Kunden
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Geschäftsführer, Linsenspektrum Agentur