Wie wird ein Hotel virtuell begehbar gemacht?
Ein Hotel wird virtuell begehbar gemacht, indem Lobby, Restaurant, Wellnessbereich und je ein Musterzimmer pro Kategorie mit einer 3D-Kamera erfasst und zu einem zusammenhängenden virtuellen Rundgang verknüpft werden. Gäste können das Hotel vor der Buchung erkunden – was nachweislich zu höheren Direktbuchungen und weniger Beschwerden führt.
Warum Hotels virtuelle Rundgänge brauchen
Die Entscheidung für ein Hotel fällt heute online – auf Buchungsportalen, Google Maps oder der Hotel-Website. Fotos zeigen immer nur Ausschnitte und können geschönt sein. Ein virtueller Rundgang zeigt das Hotel so, wie es wirklich ist: authentisch, vollständig und aus der Perspektive des Gastes. Das schafft Vertrauen und reduziert die Unsicherheit bei der Buchung.
In meiner Arbeit mit Hotels unterschiedlicher Größe – vom Biohotel bis zum Stadthotel – habe ich beobachtet, dass der virtuelle Rundgang besonders bei höherpreisigen Zimmerkategorien wirkt. Gäste, die 200€+ pro Nacht zahlen, möchten vorher genau wissen, was sie erwartet. Ein Rundgang durch die Suite oder den Wellnessbereich kann den Unterschied zwischen einer Buchung auf Booking.com (mit Provision) und einer Direktbuchung auf der Hotel-Website ausmachen.
Welche Bereiche werden erfasst?
Nicht das gesamte Hotel muss gescannt werden – sondern die Bereiche, die für die Buchungsentscheidung relevant sind. Meine Empfehlung für ein typisches Mittelklasse-Hotel:
Pflicht: Lobby/Eingangsbereich, Restaurant/Frühstücksraum, je ein Zimmer pro Kategorie (Standard, Superior, Suite), Außenansicht/Eingang. Empfohlen: Wellnessbereich/Pool, Tagungsräume, Bar/Lounge, Garten/Terrasse. Optional: Parkplatz/Tiefgarage, Fitnessraum, Spielzimmer.
Der Ablauf im Detail
1. Abstimmung mit dem Hotelmanagement
Vor den Aufnahmen kläre ich: Welche Zimmerkategorien gibt es? Welche Bereiche sollen erfasst werden? Wann ist die Auslastung niedrig (idealer Aufnahmezeitpunkt)? Gibt es saisonale Besonderheiten (Weihnachtsdekoration, Sommermöbel auf der Terrasse)? Soll der Rundgang auch auf Google Maps veröffentlicht werden?
2. Vorbereitung der Räume
Die Zimmer müssen im perfekten „Check-in-Zustand" sein: frisch bezogen, aufgeräumt, Handtücher gefaltet, Amenities platziert. Keine persönlichen Gegenstände, keine Reinigungswagen im Flur. Ich empfehle, die Aufnahmen mit dem Housekeeping-Team abzustimmen – sie wissen am besten, wann die Zimmer in Bestform sind.
3. Aufnahme mit Matterport
Die Aufnahmen dauern typischerweise einen Tag. Pro Zimmer benötige ich 4-6 Scan-Positionen (10-15 Minuten), für die Lobby 8-15 Positionen, für den Wellnessbereich 10-20 Positionen. Insgesamt komme ich bei einem mittelgroßen Hotel auf 60-100 Scan-Positionen.
4. Nachbearbeitung und Verknüpfung
Die einzelnen Bereiche werden zu einem zusammenhängenden Rundgang verknüpft. Gäste können von der Lobby ins Restaurant navigieren, von dort zum Wellnessbereich und dann die verschiedenen Zimmerkategorien erkunden. Infopunkte mit Zimmerpreisen, Ausstattungsdetails und Buchungs-Links runden den Rundgang ab.
Typische Herausforderungen
Laufender Betrieb: Hotels können nicht für Aufnahmen geschlossen werden. Ich arbeite in Zeiten geringer Auslastung und plane die Route so, dass Gäste möglichst wenig gestört werden. Flure werden früh morgens aufgenommen, wenn die meisten Gäste noch schlafen oder beim Frühstück sind.
Spiegel in Badezimmern: Hotelzimmer haben oft große Spiegel, in denen die Kamera sichtbar wird. Durch geschickte Positionierung und gegebenenfalls Nachbearbeitung lässt sich das minimieren – ganz vermeiden lässt es sich bei Matterport-Scans nicht.
Beleuchtung: Hotels arbeiten mit Stimmungslicht – gedimmt, warm, atmosphärisch. Für die Kamera ist das eine Herausforderung. Ich empfehle, während der Aufnahmen die Beleuchtung auf Maximum zu stellen und zusätzlich Tageslicht einzulassen (Vorhänge öffnen).
Praxisbeispiel
Bestandsdokumentation eines Hotels im laufenden Betrieb. Erfassung aller Zimmerkategorien, Lobby, Restaurant und Tagungsräume für die Vermarktung und interne Dokumentation.
Für einen Vergleich der Formate empfehle ich die Seite Virtueller Rundgang vs. Video – gerade für Hotels ist die Kombination aus beidem oft die wirksamste Strategie.
Häufige Fragen zum Hotel-Rundgang
Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Kunden

