Wie wird ein Einkaufszentrum digitalisiert?
Ein Einkaufszentrum wird digitalisiert, indem alle öffentlichen Bereiche (Malls, Gänge, Food Courts, Eingänge) nachts mit 3D-Kameras systematisch erfasst und zu einem navigierbaren virtuellen Rundgang zusammengesetzt werden. Die Aufnahmen finden außerhalb der Öffnungszeiten statt, um menschenleere Bilder zu erhalten. Je nach Centergröße dauert der Prozess 3-7 Nächte.
Warum Einkaufszentren digitalisiert werden
Die Digitalisierung von Einkaufszentren dient mehreren Zwecken: Marketing und Sichtbarkeit (Besucher können das Center vorab virtuell erkunden), Mieterakquise (leerstehende Flächen virtuell besichtigen), Facility Management (Dokumentation des Ist-Zustands) und Orientierung (interaktiver Lageplan für Besucher). In meiner Erfahrung ist die Mieterakquise oft der wirtschaftlich stärkste Treiber – ein virtueller Rundgang durch eine leerstehende Fläche erspart potenziellen Mietern die Anreise und beschleunigt den Vermietungsprozess erheblich.
Der Ablauf: Nachtschichten im Einkaufszentrum
1. Planung mit dem Center-Management
Vor den Aufnahmen stimme ich mich eng mit dem Center-Management ab: Welche Bereiche sollen erfasst werden? Gibt es Bereiche, die nicht gezeigt werden dürfen (Technikräume, Anlieferung)? Welche Nächte sind verfügbar (keine Umbauarbeiten, keine Reinigung in den geplanten Bereichen)? Wer ist der Ansprechpartner vor Ort (Security, Hausmeister)? Wie sind die Zugangswege nachts?
2. Nachtaufnahmen mit Matterport
Die Aufnahmen beginnen typischerweise nach Ladenschluss (21-22 Uhr) und dauern bis in die frühen Morgenstunden. Ich arbeite mit dem Matterport Pro3, der alle 2-3 Meter eine Scan-Position benötigt. Bei einem Center mit 20.000 m² Gemeinschaftsfläche sind das 200-400 Scan-Positionen – verteilt auf 3-5 Nächte.
Die Nachtarbeit hat einen entscheidenden Vorteil: Die Beleuchtung ist konstant (keine wechselnden Lichtverhältnisse durch Tageslicht), es sind keine Besucher im Bild und die Rolltreppen können für die Aufnahmen angehalten werden. Der Nachteil: Die Arbeitszeiten sind belastend und erfordern eine gute Planung der Aufnahmereihenfolge.
3. Nachbearbeitung und Zusammenführung
Nach den Aufnahmen werden die einzelnen Nacht-Sessions zu einem zusammenhängenden Rundgang verbunden. Bei großen Centern mit mehreren Etagen ist das eine technische Herausforderung: Die Verbindungen zwischen den Etagen (Rolltreppen, Aufzüge) müssen korrekt verknüpft werden, die Navigation muss intuitiv funktionieren.
4. Anreicherung und Veröffentlichung
Der fertige Rundgang wird mit Infopunkten angereichert: Shop-Namen, Öffnungszeiten, Wegweiser zu Toiletten und Aufzügen, Links zu den Websites der Mieter. Viele Center nutzen den Rundgang auch als interaktiven Lageplan auf ihrer Website – Besucher können sich vorab orientieren und gezielt den Weg zu ihrem Lieblingsgeschäft finden.
Herausforderungen bei großen Flächen
Große Distanzen: Ein Einkaufszentrum hat oft 200-500 Meter Gesamtlänge. Die Matterport-Kamera muss alle 2-3 Meter positioniert werden – das bedeutet hunderte von Scan-Positionen und eine logistische Herausforderung bei der Aufnahmeplanung.
Spiegelnde Oberflächen: Einkaufszentren sind voll mit Glas, Chrom und polierten Böden. Jede spiegelnde Oberfläche reflektiert die Kamera und das Stativ. Bei der Positionierung muss ich ständig auf Reflexionen achten und gegebenenfalls den Standort anpassen.
Mehrere Etagen: Die Verbindung zwischen Etagen (Rolltreppen, Aufzüge, offene Galerien) ist technisch anspruchsvoll. Matterport verarbeitet jede Etage als separates Modell – die Verknüpfung erfolgt über Navigations-Tags.
Praxisbeispiel
Komplette Digitalisierung aller Gemeinschaftsflächen über mehrere Nächte. Einsatz für Marketing, Mieterakquise und Facility Management. Über 300 Scan-Positionen auf zwei Etagen.
Weitere Informationen zu den eingesetzten Technologien finden Sie im Vergleich Matterport vs. Klassischer Rundgang und auf der Leistungsseite Virtuelle Rundgänge.
Häufige Fragen zur Center-Digitalisierung
Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Kunden

