Wie wird ein Schulgebäude vermessen?
Ein Schulgebäude wird mit 3D-Laserscanning vermessen, indem ein Laserscanner (z.B. Leica BLK360) in jedem Raum, Flur und Treppenhaus aufgestellt wird und Millionen von Messpunkten erfasst. Aus der resultierenden Punktwolke werden präzise Grundrisse, Schnitte und bei Bedarf ein vollständiges BIM-Modell erstellt – die Grundlage für Sanierungen, Brandschutzkonzepte und Umbauten.
Warum Schulgebäude vermessen werden
Viele Schulgebäude in Deutschland stammen aus den 1960er bis 1980er Jahren. Bestandspläne sind oft veraltet, unvollständig oder gar nicht mehr vorhanden. Für Sanierungen, energetische Ertüchtigungen, Brandschutzkonzepte oder Erweiterungsbauten benötigen Architekten und Planer jedoch exakte Grundlagen. Eine 3D-Vermessung liefert diese Grundlagen in einer Qualität und Geschwindigkeit, die mit klassischen Methoden (Zollstock, Maßband, Handaufmaß) nicht erreichbar ist.
In meiner Arbeit für kommunale Auftraggeber und Architekturbüros habe ich festgestellt, dass die Investition in eine 3D-Vermessung sich bereits in der Planungsphase amortisiert: Weniger Nachvermessungen, weniger Planungsfehler, weniger Überraschungen auf der Baustelle.
Der Ablauf einer Schulvermessung
1. Vorbereitung und Terminplanung
Idealerweise finden die Aufnahmen in den Schulferien statt – dann sind alle Räume zugänglich und es gibt keine Störungen durch den Schulbetrieb. Ist das nicht möglich, arbeite ich raumweise am Wochenende oder nach Unterrichtsschluss. Vor Beginn erstelle ich einen Aufnahmeplan: Welche Bereiche werden erfasst? Welche Räume sind verschlossen und benötigen Schlüssel? Gibt es Bereiche mit besonderen Anforderungen (Chemieräume, Serverräume)?
2. Aufnahme mit dem Laserscanner
Ich arbeite mit dem Leica BLK360 – einem kompakten Laserscanner, der pro Scan-Position 360.000 Punkte pro Sekunde erfasst. In jedem Raum stelle ich den Scanner auf einem Stativ auf, starte den Scan (Dauer: ca. 3 Minuten pro Position) und bewege mich dann zur nächsten Position. Pro Raum benötige ich je nach Größe 1-4 Scan-Positionen, in Fluren alle 5-8 Meter eine Position.
Ein typisches Schulgebäude mit 2.500 m² Nutzfläche erfordert 80-120 Scan-Positionen. Bei einem Arbeitstempo von 15-20 Scans pro Stunde sind das 5-8 Stunden reine Aufnahmezeit pro Etage.
3. Registrierung der Punktwolke
Nach den Aufnahmen werden die einzelnen Scans zu einer zusammenhängenden Punktwolke zusammengesetzt (Registrierung). Die Software erkennt überlappende Bereiche und fügt die Scans millimetergenau zusammen. Das Ergebnis ist eine dreidimensionale Punktwolke des gesamten Gebäudes – jeder Punkt mit exakten X/Y/Z-Koordinaten und Farbinformation.
4. Auswertung und Planerstellung
Aus der Punktwolke werden die gewünschten Planunterlagen abgeleitet: 2D-Grundrisse (DWG/DXF), Schnitte, Ansichten, Flächenberechnungen nach DIN 277. Bei Bedarf erstelle ich ein vollständiges 3D-BIM-Modell in Revit oder als IFC-Datei. Die Punktwolke selbst wird als E57- oder RCP-Datei geliefert und kann in allen gängigen CAD- und BIM-Programmen weiterverarbeitet werden.
Typische Herausforderungen bei Schulgebäuden
Viele kleine Räume: Schulen haben typischerweise 20-40 Klassenräume plus Fachräume, Sanitäranlagen, Verwaltung und Nebenräume. Das bedeutet viele Türen, viele Schlüssel und viele Scan-Positionen. Eine gute Vorbereitung mit dem Hausmeister spart hier viel Zeit.
Möblierung: Schulräume sind möbliert – Tische, Stühle, Schränke. Der Scanner erfasst alles, was sichtbar ist. Für die Planerstellung muss die Möblierung in der Auswertung „herausgerechnet" werden, um die tatsächlichen Raumgeometrien zu erhalten. Das erfordert Erfahrung in der Auswertung.
Abgehängte Decken: Viele Schulen haben abgehängte Decken, hinter denen Leitungen verlaufen. Der Scanner erfasst nur die sichtbare Oberfläche. Für eine vollständige Dokumentation der Haustechnik müssen einzelne Deckenplatten entfernt werden – das kläre ich vorab mit dem Auftraggeber.
Einsatzbereiche der Vermessungsdaten
Die Vermessungsdaten einer Schule werden typischerweise für folgende Zwecke genutzt: Sanierungsplanung (energetisch, brandschutztechnisch), Erweiterungsbauten und Anbauten, Raumoptimierung und Umnutzung, Facility Management und Flächenmanagement, Brandschutzkonzepte (Fluchtweglängen, Türbreiten), Barrierefreiheitsanalyse (Rampen, Aufzüge, Türbreiten).
Einen detaillierten Vergleich der eingesetzten Technologien finden Sie auf der Seite Leica BLK360 vs. Matterport Pro3. Für allgemeine Informationen zur 3D-Vermessung empfehle ich die Leistungsseite 3D-Vermessung.
Häufige Fragen zur Schulvermessung
Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Kunden

