Das eigentliche Problem
Eine Quadratmeterzahl erklärt ihre Herkunft nicht
DIN 277:2021-08 strukturiert die Grundflächen des Gebäudes. In der Vermietung muss zusätzlich geklärt werden, welche Bereiche zu einem Mietabschnitt gehören und wie gemeinschaftlich genutzte Flächen behandelt werden. Hier setzt MF-GIF 2023 an.
Die Richtlinie ist kein Gesetz. Maßgeblich bleibt, welche Fassung und welche Zuordnung die Parteien vereinbaren. Flächenermittlung und rechtliche Vertragsgestaltung sollten deshalb nicht verwechselt werden.
Die Auswertung in drei Schichten aufbauen
Die folgenden Entscheidungen gehören vor die Aufnahme. So wird aus einem Messdatensatz eine Ausgabe, die den späteren Zweck erfüllt.
Geometrischer Bestand
Räume, Bauteile und Grenzen werden in einem aktuellen Planstand dokumentiert.
Flächenvorrat
Die Gebäudeflächen werden auf einer klar benannten DIN-Grundlage strukturiert.
Mietflächenzuordnung
MF-GIF-Fassung, Mietabschnitte und Behandlung gemeinschaftlicher Bereiche werden nachvollziehbar angewendet.
Praxisbeispiel
Bürohaus mit mehreren Mietern
Ausgangslage
Die DIN-Liste war aktuell, bildete aber weder neue Mietabschnitte noch gemeinschaftlich genutzte Bereiche für die Vermietung ab.
Vorgehen
Der Planstand wurde mit der Vermietungsstruktur abgeglichen; anschließend entstand eine separate MF-GIF-2023-Auswertung.
Ergebnis
Gebäudefläche und Mietfläche blieben fachlich unterscheidbar und konnten auf dieselben Räume zurückgeführt werden.
Checkliste für eine eindeutige Übergabe
- MF-GIF-Fassung ausdrücklich vereinbaren
- Mietabschnitte räumlich festlegen
- Gemeinschaftsbereiche vollständig erfassen
- DIN- und MF-GIF-Ausgabe trennen
- Vertragsdefinition fachlich und rechtlich prüfen
Gewerbliche Mietflächen nachvollziehbar ableiten
Wir klären Objektumfang, Zweck, Regelgrundlage und gewünschte Ausgabe vor dem Aufmaß. So bleibt der Nachweis vom Messpunkt bis zur Summe nachvollziehbar.

