Die Matterport-Tour hält den sichtbaren, aufgenommenen Zustand fest und macht räumliche Beziehungen nachvollziehbar. Daraus folgt jedoch weder eine konservatorische Bewertung noch automatisch ein präzises Bauaufmaß. Aussagen zu Materialzustand, Schadensbildern oder denkmalfachlichen Maßnahmen benötigen eigene Untersuchungen. Belastbare Maße, CAD-Unterlagen oder geprüfte Punktwolken würden ebenfalls einen gesondert geplanten Vermessungsauftrag erfordern. Diese Abgrenzung schmälert den Nutzen der Tour nicht, sondern definiert ihn verlässlich: Sie unterstützt Vermittlung, Orientierung, Kommunikation und einen zeitbezogenen visuellen Rückblick. Bei späteren Veränderungen am Gebäude oder an seiner musealen Präsentation bleibt erkennbar, welchen Stand die Aufnahme dokumentiert. Für weitere Freilichtmuseen zeigt das Projekt, wie eine digitale Gebäudetour mit Außen- und Luftbildern verbunden werden kann, ohne aus einem Vermittlungsmedium unbelegte technische oder konservatorische Leistungen abzuleiten. Gerade bei einem großen Museumsareal kann der digitale Bezug außerdem helfen, einzelne Gebäude in vorbereitende und nachbereitende Vermittlungsformate einzubinden. Der reale Museumsbesuch wird dadurch ergänzt, nicht ersetzt. Auch für ortsferne Projektbeteiligte bleibt damit ein konsistenter Bezug zu demselben freigegebenen Gebäudezustand erhalten.