Hochglanzflächen stellen besondere Anforderungen an Kamera und Scanner. Was in der Praxis zu beachten ist – und wie damit umgegangen wird.
Klavierlack, polierte Steinböden, Hochglanz-Möbel, Chromoberflächen – in der Projekterfahrung von Linsenspektrum tauchen diese Materialien regelmäßig auf: in Musikgeschäften, Showrooms, Luxusimmobilien, Konzertsälen und Hotels.
Das Problem: Hochglanzflächen reflektieren das Licht stark und unregelmäßig. Für 360°-Kameras entstehen Überbelichtungen und Blendflecken. Für Laserscanner entstehen Mehrfachreflexionen, die zu Messfehlern führen können.
Hochglanzflächen spiegeln die Kamera und die Umgebung. Das Ergebnis: sichtbare Reflexionen, Überbelichtungen und Bereiche, die nicht klar erkennbar sind. Besonders bei Konzertflügeln mit Klavierlack ist die Reflexion der Kamera selbst oft deutlich sichtbar.
Hochglanzflächen können Laserstrahlen in unerwartete Richtungen reflektieren. Das führt zu Phantomgeometrien in der Punktwolke – Messpunkten, die nicht existieren, aber als reale Oberflächen interpretiert werden.
In der Praxis werden Hochglanzflächen durch angepasste Kamerawinkel, Belichtungssteuerung und nachträgliche Bildbearbeitung behandelt. Bei Laserscans werden betroffene Bereiche in der Registrierung manuell bereinigt. Wenn möglich, werden Hochglanzobjekte vor der Aufnahme mit einem matten Spray behandelt (reversibel) oder aus einem Winkel aufgenommen, der direkte Reflexionen minimiert.
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Geschäftsführer, Linsenspektrum Agentur