Das eigentliche Problem
Eine Quadratmeterzahl erklärt ihre Herkunft nicht
Im Bremer Bestand liegen Wohnen, Laden, Lager, Werkstatt oder Büro mitunter in einem Gebäude. Eine Wohnflächenberechnung nach vereinbarter WoFlV beantwortet eine andere Frage als eine Gebäudeflächengliederung nach DIN 277 oder eine gewerbliche Mietflächenberechnung.
Fehler entstehen, wenn Werte aus verschiedenen Systemen addiert oder als austauschbar behandelt werden. Für eine belastbare Übergabe müssen Nutzungsbereiche, Allgemeinflächen und die jeweilige Berechnungslogik erkennbar bleiben.
Erst Nutzung trennen, dann Flächen ableiten
Die folgenden Entscheidungen gehören vor die Aufnahme. So wird aus einem Messdatensatz eine Ausgabe, die den späteren Zweck erfüllt.
Wohnteil
Für Wohnraum wird geprüft, ob und wie eine Auswertung nach WoFlV vereinbart wird.
Gebäudestruktur
DIN 277:2021-08 kann Grundflächen nach Nutzungs-, Technik- und Verkehrsanteilen strukturieren.
Gewerbliche Vermietung
MF-GIF 2023 wird als eigenständige Mietflächenauswertung mit vereinbarter Zuordnung behandelt.
Praxisbeispiel
Ladenlokal unter zwei Wohnungen
Ausgangslage
Ein Eigentümer benötigte Unterlagen für Verkauf und neue Gewerbevermietung; die alte Liste enthielt nur eine Gebäudesumme.
Vorgehen
Das Aufmaß wurde einheitlich erstellt, die Ergebnisse aber in Wohnbereich, Gebäudegrundflächen und vereinbarte Gewerbemietfläche getrennt.
Ergebnis
Jeder Empfänger erhielt die passende Kennzahl, ohne dass die Begriffe in einer unklaren Summe vermischt wurden.
Checkliste für eine eindeutige Übergabe
- Alle Nutzungen und Einheiten auflisten
- Empfänger je Flächennachweis benennen
- Allgemeinflächen separat markieren
- Regelgrundlage je Ausgabe vereinbaren
- Summenblätter eindeutig beschriften
Das Bremer Mischobjekt passend auswerten lassen
Wir klären Objektumfang, Zweck, Regelgrundlage und gewünschte Ausgabe vor dem Aufmaß. So bleibt der Nachweis vom Messpunkt bis zur Summe nachvollziehbar.

